Sturmbeobachtung auf Saturn in verschiedenen Wellenlängen

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Projektleiterin/Autor: Silvia Kowollik
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Update: 15.04.2011

Anfang Dezember 2010 bemerkten Amateure, daß auf der nördlichen Hemisphäre von Saturn ein neuer Spot auftauchte, der schnell heller und größer wurde. Das RWPE an Bord der Cassini-Sonde empfing zur Zeit der Sichtbarkeit des Sturmes kräftige Radiosignale, was auf einen gigantischen Gewittersturm hindeutet. Innerhalb von 3 Wochen wurde aus dem runden Spot ein Band mit mehreren Knoten, welches sich über 120 Längengrade ausdehnte. 

  Saturn aufgenommen am 17.01.2011 um 06:23 Uhr MEZ
mit DMK 31AF03.AS mit 80 cm Cassegrain, Filter: RGB von Astronomik.

Der helle Fleck links unterhalb der Ringe am Planetenrand zeigt einen Teil des neu aufgetauchten Sturmsystems. Leider war an diesem Tag der größte Teil des Sturms bereits auf die Rückseite von Saturn rotiert. Trotz schlechtem Seeing gelang jedoch der prinzipielle Nachweis des Sturms.

Tests der Autorin mit einem 8" und später sogar mit einem 6" Newton zeigten, daß dieser außergewöhnlich starke Gewittersturm bereits mit diesen moderaten Öffnungen nachgewießen werden konnte. 

  Saturn am 16.01.2011 zwischen 06:56 und 07:09 Uhr MEZ mit 8" Newton.

Aufnahme mit RGB-Filtersatz von Astronomik, Belichtungszeit 1/15 Sek, Gain 1023, 10% von 900 Einzelbildern. Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 2.21.

Durchmesser: 17,7 ", ZM = 207 ° W (II)

Diese Animation zeigt die Bewegung des Sturmsystems mit der Planetenrotation und leider auch die Seeingverschlechterung 13 Minuten später.

     

  Saturn am 31.01.2011 zwischen 04:40 und 06:05 Uhr MEZ mit 6" Newton.

Aufnahme mit RGB-Filtersatz von Astronomik, Belichtungszeit 1/15 Sek, Gain 1023, 40% von 900 Einzelbildern. Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 2.21.

Durchmesser: 18,5 ", ZM = 163 -  211° W (II)

Diese Animation zeigt die Bewegung des Sturmsystems mit der Planetenrotation über knapp 1 1/2 Stunden.

Nachdem Saturn seit Ende März 2011 wetterbedingt wieder günstig zu beobachten war und sich der Sturm auf mehr als 180 Grad Länge über die nördliche Hälfte der Planetenoberfläche ausgebreitet hatte,  wurden zunächst die Termine berechnet, an denen der Sturm auf der uns zugewandten Hemisphäre von Saturn gut zu sehen ist.  Für den 26. März und 9/10. April ergaben sich rein rechnerisch optimale Beobachtungsbedingungen. Während Saturn seinen höchsten Punkt am Himmel erreichte, sollte sich der ausgedehnte Sturm im Zentralmeridian befinden. 

  Saturn am 26.03.2011 um 01:49 Uhr MEZ mit 80 cm Spiegel.

Aufnahme mit RGB-Filtersatz von Astronomik, Belichtungszeit 1/250 Sek, Gain 900, 5% von 900 Einzelbildern. Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 2.21.

Durchmesser: 19,27 ", ZM = 267,5° W (II)

 
   

  Saturn am 26.03.2011 um 03:37 Uhr MESZ mit 80 cm Spiegel.

Aufnahme mit RGB-Filtersatz von Astronomik, Belichtungszeit 1/250 Sek, Gain 900, 5% von 900 Einzelbildern. Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 2.21.

Durchmesser: 19,27 ", ZM = 294,5° W (II)

 

 

Leider war der Himmel am 26. März durch Hochnebel und Zirren verschleiert, so daß nur suboptimale Beobachtungsbedingungen herrschten. Auch in der Nacht 9/10. April war der Himmel mit Zirren verhangen. Trotzdem wurden mehrere Sequenzen aufgenommen und das Sturmgebiet konnte erneut beobachtet werden.

   

 

Saturn am 09.04.2011 um 23:56:13 Uhr MESZ, Aufnahme mit DMK 31AF03.AS, aufgenommen mit 80 cm Spiegel bei f/10 und RGB Filtern von Astronomik.

Durchmesser: 19,28 ", ZM = 111° W (II)

Das Sturmsystem hat sich in zahlreiche einzelne Knoten in der nördlichen Tropischen Zone verwandelt. Seeing 5/10, Durchsicht 5/10.

Dieser Anblick von Saturn entspricht der eines Beobachters im Okular.

   

Saturn am 10.04.2011 um 00:31:57 Uhr MESZ, Aufnahme mit DMK 31AF03.AS, aufgenommen mit 80 cm Spiegel bei f/10 und RGB Filtern von Astronomik. Leider haben Zirren und Dunst für eine nicht optimale Beobachtungssituation gesorgt. Die Durchsicht betrug nur noch 3-4/10, auch das Seeing war mit 4-5/10 nur knapp Durchschnitt. Daher ist die 2. Aufnahme deutlich unschärfer.

   
 

Saturn am 10.04.2011 um 00:59:00 Uhr MESZ, Aufnahme mit DMK 31AF03.AS, aufgenommen mit 80 cm Spiegel bei f/10 und RGB Filtern von Astronomik. Seeing 4-5/10, Durchsicht 4-5/10.

Die Jetstreams (schnellen Winde) innerhalb der Atmosphäre von Saturn haben in den vergangenen Monaten den Sturm in einzelne kleinere und lichtschwächere Knoten verwirbelt.

  

   

 

Diese Animation aus der ersten und dritten Aufnahme zeigt die Bewegung der einzelnen Sturmknoten im Abstand von rund 1 Stunde durch die Planetenrotation. Spokes in den Ringen konnten leider nicht mit Sicherheit nachgewießen werden, dazu war das Seeing nicht gut genug.

  

   

 

Diese Aufnahme von Saturn wurde um 23:56:13 Uhr MESZ mit dem Rotfilter aufgenommen und im Kontrast verstärkt. Jetzt sind die hellen Knoten im Sturmgebiet besser zu erkennen.

  

   

 

Diese Aufnahme von Saturn wurde um 00:01:30 Uhr MESZ mit dem Infrarotfilter bei 665 nm aufgenommen und im Kontrast verstärkt. Mit IR-Licht sehen wir etwas tiefer in die Atmosphäre hinein, daher zeigen sich hier leicht unterschiedliche Strukturen bei den Wirbeln. 

  

   

Diese Aufnahmen haben die Erwartungen der Autorin übertroffen und eine kontinuierliche Beobachtung (sofern Wetter und Seeing es zulassen) wird angestrebt, bis sich der Sturm aufgelöst hat.

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